Kontakt | Impressum

Nationalatlanten

Nationalatlanten sind gemäß einer Definition von Salitschew “große komplexe geographische Atlanten einzelner Länder, die eine Zusammenfassung und Auswertung der gegenwärtigen wissenschaftlichen Kenntnisse von der physischen, ökonomischen und politischen Geographie des betreffenden Landes enthalten” (SALITSCHEW 1960, S. 88).

Gemäß einem Modell, das Salitschew, Lehmann u.a. in einer Kommission der Internationalen Geographischen Union (IGU) erarbeitet haben, soll ein Nationalatlas “in einer bestimmten Kartenabfolge ein möglichst detailliertes und differenziertes Bild der geographischen Gegebenheiten eines Staates vermitteln…” (ORMELING 1994, S. 220).
Als Charakteristika von Nationalatlanten gelten (nach Zentralausschuss für deutsche Landeskunde e.V. 1993, S. 3)

  • die räumliche Begrenzung der thematischen Behandlung auf ein Staatsgebiet
  • die komplexe Darstellung möglichst aller landeskundlich relevanten Sachverhalte in systematischer Reihenfolge mit fast enzyklopädischem Anspruch
  • die analytische Darstellung der räumlichen und raumzeitlichen Strukturen sowie die synthetische Sicht der Wechselbeziehungen zwischen verschiedenen Ebenen der komplexen Darstellung eines Landes
  • die Darstellung vorwiegend in einem einheitlichen Hauptkarten-Format mit gleichem Maßstab, der von der Größe des Landes abhängt. Weitere Karten größeren oder kleineren Maßstabes haben ergänzenden Charakter
  • die Realisierung des Projekts als Hoheitsaufgabe des Staates, d.h. die Herstellung oder Finanzierung durch staatliche Institutionen.